Hola tots, que tal?
Mir gehts... Sagen wir es anders, ich habe nicht aufgegeben. Ich sitze noch vor meinem Schreibtisch und schreibe meinen Blog. Ich habe auch nicht vor damit aufzuhören. Zumindest nicht mit dem Blog. Allerdings sind in der letzten Zeit einige Dinge geschehen über die ich gerne schreiben möchte. Anfangen möchte ich das ganze mit einer Spezifikation.
Ich sage von vorne herrein ich bin keine Ärztin und auch keine Psychologiestudentin. Ich bin eine betroffene und kann nur das schreiben was ich erlebt, empfunden und vor allem auch verstanden habe.
Hola Bipolar
Ich habe lange überlegt ob ich diesen Post schreiben solle. Jedoch weis ich das viele aus meiner Familie den Blog lesen und ich hoffe ich kann so helfen, dass sie mich ein wenig besser verstehen. Ich habe das unverschämte Glück, dass meine Familie mich auch mit dem Wissen das ich eine Psychische Erkrankung mit mir rumtrag, nicht anders behandelt als vor der Erkenntnis. Ich habe wirklich Glück mit meine Umfeld, dass jeder mir seine Hilfe anbietet und sagt wenn ich mal raus muss habe ich eine offene Tür.
Ja ich müsste mal raus. Aber ich müsste raus aus mir. So sehr ich diese Hilfe schätze und glaube das ihr mir helfen wollt, muss ich euch mit der ernüchternde Wahrheit konfrontieren.
Das könnt ihr nicht.
Das kann niemand. Der einzige Mensch der mir helfen kann, dass bin ich selber. Das weis ich. Das weis ich aber auch nicht erst seid gestern. Das weis ich schon seid ich 15 bin. Ich hatte jedoch nie den Drang, mir selber zu helfen. Andere haben größere Probleme, denen muss ich helfen. Mit allem was ich habe. Was mit mir ist, ist nebensächlich. So habe ich das gesehen. Traurigerweise auch nach 10 Jahren mit dieser ständigen Karussellfahrt, sehe ich das immer noch so.
Ich weis das es mir nicht hilft. Das ist aber auch nicht wichtig für mich. Für mich sind die Menschen wichtig die an meiner Seite stehen, mich anschauen und sagen: Ich kann nicht mehr. Ich weis nicht wie ich weiter machen soll.
Das sind Gefühle die ich schon so lange in mir trage, das ich weis wie weh es tut wenn man nicht mehr weiter kann. Ich weis wie es sich an fühlt darüber nachzudenken wie man beerdigt werden möchte. Bei mir ist das ein Krankheitsbild das ICH ändern muss, bei den Menschen die mir das Anvertrauen das sie Probleme haben, ist das eine schwere Lebenssituation bei der ich helfen KANN. Ich möchte nicht das sich jemand so fühlt wie ich. Ich möchte nicht das sie weinen. Ich möchte das sie lachen und Zeug machen die glückliche Menschen machen. Wenn ich dabei helfen kann, dann werde ich das tun.Und wenn es das einzige ist was ich mache. So denke ich nun schon lange und ich weis es frisst mich auf, doch es ist das was ich für richtig halte. Weil ich dann mit einem lächeln belohnt werde. Für mich das schönste Geschenk.
Ich kann mich nur immer wieder bedanken das ihr an meiner seite steht und deswegen widme ich meiner Familie diesen Post. In der Hoffnung das ihr mich dann ein bisschen besser versteht.
So um das alles nun erstmal etwas zu erklären hier ein Zitat aus Wikipedia:
Bipolare Störung ist die etablierte Kurzbezeichnung für bipolare affektive Störung (BAS). Sie war früher unter der Bezeichnung manisch-depressive Erkrankung bekannt und ist eine psychische Störung, die zu den Affektstörungen
gehört. Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische,
willentlich nicht kontrollierbare und extreme zweipolig entgegengesetzte
(bipolare) Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit über dem Normalniveau abwechselnd in Richtung Depression oder Manie reichen.
So meine Lieben was sagt uns das auser das ich einen an der Waffel hab? Genau ich habe affektiv ein an der Nuss.
Ja ich gehöre zu der Sorte Mensch der über diese Krankheit (ja das ist tatsächlich einen steht da ↑ ) Scherzen kann. Aber bitte. Bitte bitte bitte, macht das nicht bei Menschen die es selber nicht so locker sehen wie ich. Diese Menschen werden sich angegriffen fühlen, verletzt und herabgewürdigt. Das ist in der Comunity von "Yeah mir gehts bombe! Oh warte jetzt nicht mehr" leider ziemlich weit verbreitet das die Menschen sich schnell wie Menschen zweiter Klasse fühlen. Könnte ich versuchen zu erklären, denn diese Gedankengänge kenne ich, aber das würde jetzt zu weit greifen.
Zurück zu der Definition von unserem besten Freund Wikipedia.
" Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische,
willentlich nicht kontrollierbare und extreme zweipolig entgegengesetzte
(bipolare) Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit über dem Normalniveau..."
So um das mal in normal zu Formulieren. Wenn man BAS mit sich rumträgt, ist das Leben eine ziemlich nervtötende Achterbahn, aus der man nicht nach einer Runde aussteigen kann. Die länge einer Episode hängt von der Einstufung der Krankheit ab. Das beschreibe ich zu einem Späteren Zeitpunkt.
Das verheerende daran ist, das es wirklich extrem ist und unwillentlich. Man kann also nicht sagen: OK die Brücke ist hoch, da klettern ich besser nicht auf's Geländer und tanze den lustigen irischen ATanz ohne Arme. Nein man denkt: Da oben ist bestimmt bessere Aussicht lass mal hoch und tanzen! Und dann rennen. und dann einen Handstand gefolgt von Breakdance! (Ich übertreibe jetzt ein bisschen, wobei bei einer Manie der Gesunde Menschenverstand gänzlich ausgeschaltet ist)
Egal ob Manie oder Depression. Es wird beides so unglaublich intensiv empfunden, dass es sich fast surreal an fühlt.
Je nachdem in welcher Episode man steckt können Farben heller erscheinen, Risiken nicht so groß und die eigene Körperkraft exorbitant. Man denkt man kann alles und weiss alles. Ein Marathon laufen? Kein Problem! 120 auf der Hantelbank? Ist wie Federn! Das wäre eine Manische Phase. Man hat ein absolutes Hochgefühl. Es wird tatsächlich mit einem LSD Trip verglichen und dem kann ich nur zu stimmen. Ich habe zwar noch nie LSD genommen, aber eine Freundin von mir und ich habe sie erlebt. Wir waren fast auf dem selben Level.
Auch wenn man jetzt denkt 'Geil! Kostenloser Trip!'
Glaubt mir es macht keinen Spaß. Klar ist die Episode der Hammer das macht auch Spass und man denkt man kann die Welt umarmen und nichts geschieht. Das allerdings ist das Problem. Egal was man in der Manie macht, man bekommt die Quittung dafür. So ist es jedenfalls bei mir.
In der anderen (depressiven) Episode sind Farben stumpf und schwach, alles ist ein Risiko das man nicht zu bewältigen vermag und der eigene Körper ist schwach und leer. Es ist schon ein Kampf aus dem Bett aufzustehen, geschweige denn Ruhe in den Kopf zu bekommen um zu schlafen.
Man hat das Gefühl man schafft nichts.
Man lächelt, aber ist nicht wirklich glücklich. Man stellt fragen, aber man möchte es gar nicht wissen. Man redet, aber sagt eigentlich nichts. Man lacht, aber man findet es nicht lustig. Man weint, aber man fühlt gar nichts. Man steht auf, aber ist nicht wirklich wach. Man schläft, aber ruht nicht aus. Man lebt, aber man ist nicht wirklich am Leben.
Nein bei einer Depressiven Episode oder bei einer klinischen Depression ist man nicht einfach Traurig und weint den ganzen Tag. Es ist so viel mehr. Es sind Ängste, Selbsthass, Zweifel, Schuldgefühle, Isolaton, Hoffnungslosikgeit....
Ich könnte noch so viele Dinge angeben aber auch das würde zu weit gehen. Aber eine große vermutlich die Größte Empfindung die eine Depression so unerträglich macht ist:
Nichts.
Ihr denkt jetzt bestimmt "Äh? Wie nichts? Wenn man nichts fühlt dann kann es einem doch auch nicht schlecht gehen."
Stimmt. Habt Ihr vollkommen recht mit. Geht es mir auch nicht.
Ich swiche hier wieder in meine Sicht, denn ich weis nicht wie sich andere in dieser Situation fühlen. Aber wenn ihr von BAS oder Depressionen, Angstzuständen, Essstörungen oder anderen Krankheiten betroffen seid möchte ich euch eines mit auf den Weg geben:
BLEIBT STARK!
Wir haben uns das nicht ausgesucht, jedoch schaffen wir das! Ich weis wir haben und hatten nie die Wahl, und das suckt! Aber glaubt mir bitte, für jeden von uns gibt es eine Zukunft die auf uns wartet.
Denkt immer daran: Wenn ihr geht, ist der Schmerz für euch vorbei, jedoch wird er auf jemand anders übertragen.
Nein es geht mir nicht schlecht weil ich nichts fühle. Jedoch nagt die Leere an einem. Man weis nicht was das ist und möchte einfach nur wieder etwas spüren. Irgendwas und wenn es Hass ist der einem Entgegenschlägt. Ja mit einer Depression oder in einer Depressiven Episode wird man sich den Kopf zerbrechen warum man gehasst wird. Ist man nicht gut genug? Was hat man falsch gemacht. Und DAS ist das Problem! Nein die leere an sich ist schmerzfrei. Der versuch diese Leere sich selber und anderen zu erklären, DAS tut weh.
Denn ist man nicht selber in dieser Situation oder war es mal, dann wird man das nicht verstehen. Dann ist man einfach nur traurig oder komisch. Man Isoliert sich und verliert den Bezug zur Außenwelt. Dann kommen die dunkelsten Gedanken. Der Selbsthasse. Der Glaube man ist nicht gut genug. Und dann sieht das Haus nicht mehr so hoch aus, die Klinge nicht so scharf und der Zug nicht so schnell.
Um euch mal eine Zahl zu nennen jährlich versterben über 9.000 Menschen durch Suizid, das sind mehr als
durch Verkehr, Drogen, Mord und AIDS zusammen. Die Zahl der
Suizidversuche ist schätzungsweise 15-20 mal so hoch.
Die Werte hab ich mir nicht ausgedacht sondern wurden von dem deutschen Bündnis gegen Depressionen e.v. veröffentlicht.
So ich denke das erklärt die beiden Episoden. Hoch ist gefährlich, tief auch. Nachdem wir das wissen kommt jetzt noch die Einstufung der Krankheit.
Um das alles noch ein wenig komplizierter zu machen gibt es zwei Arten dieser Störung.
Bipolar-I-Störung
Von einer Bipolar-I-Störung spricht man, wenn die Betrofenen mindestens eine über 14 Tage an-
dauernde manische Episode und mindestens eine depressive Episode haten.
Bipolar-II-Störung
Von einer Bipolar-II-Störung spricht man, wenn die Betrofenen mindestens eine über 14 Tage an-
dauernde depressive Episode und mindestens eine hypomane Episode (leichtere Form der Manie)
haten.
Sonderform
Rapid cycling
Dabei wechseln sich mindestens vier depressive und / oder maniforme
Phasen innerhalb eines
Jahres ab. Der Phasenwechsel kann sogar in Tagen
oder Stunden erfolgen. Dann spricht man
von Ultra-rapid-cycling bzw.
Ultra-ultra-rapid-cycling.
Für diese Erklärung bedanke ich mich bei der DGBS. Die Deutsche Gesellschaft für Bipolare Störung. Für alle Hilfesuchenden eine gute Anlaufstelle mit vielen Informationen für Betroffene und Angehörige.
So um auf meine persönliche Geschichte zurück zu kommen möchte ich euch nun, nachdem ich hoffentlich mit Hilfe der angeführten Seiten einen guten Überblick geben konnte, meine Diagnose erläutern.
Diagnostiziert wurde mir eine Bipoloar-II-Störung mit Rapid Cycling.
Was das medizinisch bedeutet steht oben. Was das für mich bedeutet finde ich kann man hier in meinem Blog eigentlich sehr schön verfolgen. Ich denke wie sich die Episoden grundsätzlich auswirken, habe ich weiter oben schon relativ anschaulich beschrieben.
Wie es sich bei mir auswirkt kann man seid zwei Jahren nachlesen.
Mal bin ich down as hell, dann hab ich nen Höhenflug. Fange 1.000 Dinge an. Meine letzten beiden Manieideen (das ist schlimmer als Schnapsideen) waren mein Abitur und FFS.
Das sind übrigens seid 5 Jahren die ersten Sachen die ich trotz schwerer Schwankung trotzdem nicht aufgebe. Weil sie für mich wichtig
Zu wissen gegen welche Krankheit man kämpft ist der erste schritt. Jedoch ist alles was nach der Diagnose kommt das was das Leben wieder lebenswert machen kann, oder machen soll.
Das heißt als erstes um die oder eine Diagnose zu bekommen, muss man sich einem Arzt anvertrauen. Das ist für viele eine riesige Überwindung. Das war es auch für mich. Ich wollte nicht das mir irgendwer ne Diagnose stellt. Ich wollte nicht das jemand sich mit meine Mist befassen muss. Ich hab es bis heute geschafft dann schaffe ich es auch weiterhin. Das dachte ich.
Ich bin immer noch sicher das ich das schaffe. Allerdings denke ich wirklich darüber nach, mir helfen zu lassen.
Aber um auch das etwas zu veranschaulichen.
Was kommt nach der Diagnose?
Das erste was kommt, oder was bei mir kam, war Ablehnung. Was? Krank? Ich? Niemals! Das sind einfach nur Stimmungsschwankungen. Ich bin doch nicht verrückt!
Nein bin ich nicht. Das weis ich heute.
Das wusste ich damals als ich die Diagnose bekommen habe allerdings noch nicht. Ich dachte ich sei verrückt, habe einen Knall. Ich wollte mich damit nicht abfinden und habe absolut ablehnend reagiert. Wenn mir jemand helfen wollte wurde ich aggressiv und habe herumgeschrien oder habe die Leute reden lassen, denn es kam nicht bei mir an (je nach Episode).
Heute bin ich 23 Jahre alt. 5 Jahre älter als ich erwartet hatte. Heute lebe ich seid 10 Jahren damit und weis das ich nicht verrückt bin oder durchgeknallt.
Ja, ich bin ein Mensch der über sich selber Scherzen kann. Ich weis allerdings auch das es um eine ernstzunehmende im schlimmsten Fall lebenbeendende Krankheit geht. Genau dieser letzten Fakt ist mir nur allzu gut bekannt.
Wie man mit der Diagnose und seinem eingenen Leben umgeht, entscheidet jeder selber.
Wie ich schon schrieb war meine erste Reaktion Ablehnung.
Das war es auch noch bis ich 16 Jahre war.
Dann waren düstere Zeiten. Wenn ich heute zurück schaue, bin ich beeindruckt das ich es überlebt habe. Nein eine Therapie habe ich nicht gemacht, jedoch bin ich zu einem Arzt gegangen und habe mir Tabletten verschreiben lassen. Das war alles was ich dagegen gemacht habe.
Ich habe mich nie informiert an was ich zu Grunde gehe, ich wollte es einfach nur betäuben.
Ich wollte diesen schwarzen Pool entgehen und lieber in der Hochphase sein. Das ist bei einer Bipolaren Störung tatsächlich relativ einfach wenn man Stimmungsaufheller verschrieben bekommt. Nimmt man eine mehr (Bitte nicht nachmachen) und schon hat man ne Manie.
Bei mir war es zu mindest so auch wenn es nicht unbedingte eine mehr war. Wie gesagt ich kann immer nur von mir schreiben. Ich habe mich in meinem Leben noch nie wirklich mit anderen Bipolaren Menschen über dieses Krankheit ausgetauscht.
Nachdem ich jedoch wusste das ich meine Schmerzen nicht auf andere Projizieren möchte, habe ich damit aufgehört und habe die Krankheit einfach machen lassen. Auch zu diesem Zeitpunkt habe ich keine Therapie angenommen.
Das ist eine Phase des Prozesses. Die Ignoranz. Hilflosigkeit. Das Gefühl das man mit niemandem darüber reden kann. Sie würde es nicht verstehen. Man möchte niemanden Enttäuschen. Dabei enttäuscht man sich nur selber. Das war bei mir der Zeitpunkt, bei dem ich angefangen habe für andere zu leben. Ich habe meine Probleme ignoriert. Ich wusste es wird mich zerreissen, aber es durfte keiner sehen. Es war mein Geheimnis. Ich habe mir so sehr gewünscht das die anderen mich brauchen. Das ich ihnen wichtig bin. Das sie sich auch um mich sorgen.
Ich hatte dieses Gefühl nie. Ich habe immer gedacht die anderen hassen mich. Ich hatte Angst das die Menschen mich so sehen wie ich mich selber sehe. Diese Angst habe ich auch heute noch.
Ich habe an meiner Einstellung nicht viel verändert bis jetzt. Einen alten Baum verpflanzt man halt nicht. Ich werde lieber ausgenutzt als sie zu verlieren. Dazu muss ich allerdings sagen, das ich im laufe der Zeit gelernt habe wer die wahren Freunde sind. Ich weis heute auch das ich nicht viel brauche. Denn ich bin kein Mensch der versucht das Glück zu finden. Ich glaube auch nicht daran das ich es schaffen würde.
Der Satz der mich schon seid langem begleitet ist mittlerweile zum Leitsatz dieses Blogs geworden.
Ich habe keine Angst zu Sterben, Ich habe Angst vermisst zu werden.
Das ist für mich ein unglaublich Starker Satz. Denn er Spiegelt alles wieder. Meine Angst und doch die Furchtlosigkeit. Der Glaube das ich alleine bin und das Wissen das Menschen um mich weinen würden.
Der ständige Kampf mit mir selber, um
mich
Es muss für Ausenstehende so unglaublich schwer sein das zu verstehen. Ihr könnt mir glauben, damit zu Leben ist nicht leichter. Nun um wieder auf den Punkt zu kommen, nach der Ablehnung und der Hilflosigkeit geht es weiter.
Mein nächster Schritt war tatsächlich diesen Blog anzufangen. Ich habe zwar erst seid neustem angefangen über den Grund meines Chaoskopfes zu schreiben, jedoch hat es mir wirklich geholfen das ich immer wenn ich nicht mehr weiter wusste irgendetwas mit der Welt teilen konnte. Ich habe mich am Anfang sehr geschämt zu schreiben. Ich weis heute gar nicht mehr warum. Für mich ist das mittlerweile meine Gesprächstheaphie geworden. Ich kann hier alles schreiben was mich bedrückt. Ich kann hier erzählen wie es mir geht und wie ich mich fühle. Ich kann schreiben das ich mich nicht gut fühle. Ich kann lächeln wenn ich schreibe. ich kann verarbeiten was in der letzten Zeit passiert ist und ich kann auserdem als positiven Effekt anderen Menschen die Hand reichen und sagen:
Ihr seid nicht allein. Glaubt mir ich habe auch Angst.
Wenn Menschen die über essen schreiben Food-Blogger sind, dann bin ich ein Mood-Blogger. Denn ich schreibe was ich fühle, was ich denke und was mich beschäftigt. Ich kann mich nicht auf eine Sache fokussieren wenn es mir schon schwer fällt in dieser Welt zu leben. Denn in der Welt in meinem Kopf ist es schöner. Ich kann nicht in meinen Träumen leben, aber ich kann versuchen meine Träume zu leben.
Nachdem man sich mit der Diagnose abgefunden hat, kommt das erwachen.
Nein man ist nicht verrückt. Nein man kann nichts dafür. Nein sie sehen es einem nicht an.
Jedoch wird einem dann bewusst womit man lebt. Irgendwann in diesem Zeitraum wird einem dann auch bewusst: Ich brauche Hilfe.
Ich bin selbstständig nicht an diesen Punkt gekommen. Ich wollte mir nicht helfen lassen. Ich bin mir noch immer nicht sicher ob man mir überhaupt helfen kann. Allerdings wie ich eingehend schon geschrieben habe, habe ich das unverschämte Glück von Menschen umgeben zu sein die sich um mich sorgen. Ohne meine Tante wäre ich auch nicht vor einem Monat zum Psychiater gegangen.
Und ich weis jetzt nach 4 Wochen wieder das es die richtige Entscheidung war.
Nach der Einsicht kommt die Therapie.
Ja so schön es auch wär das es nach der Einsicht einfach weg geht, so ist es aber nicht. Leider ist es nicht so. Wie jede psychische Erkrankung trägt man diese in den meisten Fällen für immer mit sich herum. Man lernt damit zu leben und kann mit Hilfe der Therapie auch genau so Glücklich werden wie jeder andere Mensch. Wie ich schon sagte ich glaube ich bin einfach noch nicht an dem Punkt das glauben zu können. Ich weis das ich Linderung im Lithium gefunden habe. Wobei die Wirkung bei mir noch nicht wirklich eingesetzt hat. Und mir wurde die volle Dröhnung verschrieben.
Aber mein Papa sagt immer heu- wä- gel- chen.
Alles braucht seine Zeit.
Nun ich würde euch gerne schreiben wie es weiter geht.
Ich weis es aber nicht. Ich bin selber noch auf dem Weg. Ich weis nicht was noch kommen wird. Ich kann nur sagen was ich schon erlebt habe.
Wenn es nach dem Wunsch meiner Tante geht, führt mich der nächste Schritt in eine Tagesklinik, um alles aufzuarbeiten. Ich kann das noch nicht mit mir selber vereinbaren. Ich denke nicht das ich eine so intensive Therapie nötig habe, wenn ich es bis jetzt immer mit mir selber vereinbaren konnte. Ich möchte auch nicht mein ganzes Leben mit anderen diskutieren. Auf nen Seelenstrip hab ich keine Lust. Ich kann besser schreiben als Reden. Ich kann besser Geben als Nehmen und ich kann besser Helfen als Leben.
Ich werde sehen was nun kommt. Ich weis ich mache Fortschritte und gehe in die richtige Richtung. Was nun kommt werden wir sehen. Ich werde berichten was passiert ist.
Was ich allerdings schon lange weis, ist das es verdammt wichtig ist in dem Prozess mit Menschen abzuschließen die nicht zu ihren Worten stehen.Glaubt mir irgendwann ist das Maß an Drama das wir übernehmen können voll. Danach machen wir uns nur selber fertig, weil wir nicht so helfen können wie wir gerne würden, oder wie es der Mensch der uns seine Probleme anvertraut verdient hat. Wir können viel, wir wollen viel aber wir können nicht alles. Beschränkt euch auf die Menschen denen ihr die Worte die sie euch geben auch glauben könnt. Man braucht keine 1.000 Freunde. Ich habe im Laufe der Zeit gelernt zu differenzieren. Ich habe einige Bekanntschaften aber nur 3 wahre Freunde. das sind Menschen denen ich blind mein Leben anvertraue. Menschen die wissen das Liebe bei mir anders bewertet wird, als die Worte die sie mir geben. Ich bedienen mich hier eines Liedes von Herbert Grönemeyer
Ich will nicht deine Liebe, ich will nur dein Wort.
Ich muss nicht von jedem geliebt werden. Von mir aus sollen sie mich hassen. Wenn man zu mir jedoch sagt: Du bist mir wichtig, bitte pass auf dich auf. Ist das für mich mehr Wert. Wenn es ernst gemeint ist.
Man muss mich nicht anlügen. Lieber lebe ich mit einer traurigen Wahrheit, als mit einer schönen Lüge. Am Ende wird die Lüge aufgedeckt und der Schaden ist um ein vielfaches höher.
Auch wenn das ein "Aufklärungs"-Post ist möchte ich hier noch einmal an alle ein paar Worte richten die den Kampf aufgenommen haben und an die die ihn noch nicht aufgegeben haben.
Hier ein paar Gedanken die ihr vielleicht kennt.
Ich werde So oft gefragt wie es mir geht. Ich antworte immer mit der einzig wahren Antwort: Ich bin müde.
Danach antworte ich mit halbwarheiten, wenn man mich fragt: Warum bist du müde?
Meine Antwort ist immer: Ich schlafe im Moment nicht gut.
Das ist nicht ganz gelogen und damit geben sich alle zufrieden. Ich schlafe wirklich schlecht. Die volle Wahrheit ist: Ich bin müde vom Kämpfen. Ich bin müde vom stark sein.
Ich bin müde vom Leben.
Ich schreibe das nicht um euch runter zuziehen sondern um euch zu zeigen was wir alles schaffen.
Wir leben, faken jeden Tag ein lächeln und schaffen es das es nicht jeder sieht.
Ja es ist schwer. Ja es ist ein langer Prozess. Ja wir schaffen das nicht alleine. Aber wisst ihr was?
Das müssen wir auch nicht. Dafür gibt es Menschen die uns lieben. Freunde und Familie. Die uns Unterstützen. Jedoch müssen wir erst einmal mit der Sprache rausrücken. Denn wir sind alle Samt gute Schauspieler. Man sieht es uns nicht an. Sprecht mit den wichtigsten Menschen. Wenn ihr wie ich nicht gut darin seid mit Menschen zu sprechen, dann schreibt. Schreibt einen Brief oder eine E-Mail, Whatsapp ect. aber teilt den Menschen mit was mit euch los ist. Auch wenn sie eure Situation nicht nachfühlen können, werden sie euch unterstützen. Und sind wir ehrlich, wollt ihr wirklich das sich die Menschen die ihr liebt fühlen müsst wie ihr? Ich möchte das nicht.
Und ja ich habe keine Angst zu sterben, ohne diese Angst lebt es sich übrigens ganz gut. Ich möchte aber nicht das sich Menschen scheiße fühlen weil ich mich entschieden habe aufzugeben. Ja im Endeffekt lebe ich für das Glück von anderen Menschen, aber es rettet mein Leben.
My oh My
In Love
Yours
Sky